Musikpädagogische Referate von Jürg Kindle

Musik geht durch den Magen
"Referat anlässlich des Weihnachtsessens der Jugendmusikschule der Stadt Zürich"

In meinem Referat möchte ich ihnen nun meine musikalische Ernährungslehre näher bringen. Sie ist entstanden während 30 Jahren musikalischem Küchendienst an Jugendmusikschulen. Ich habe viele Gäste bewirtet, unzählige Suppen gekocht, viel schmutziges Geschirr gewaschen, ab und zu aber auch einmal ein Trinkgeld erhalten. Manch einer kam nur auf einen kurzen Kaffee vorbei, andere wiederum waren über Jahre hinweg treue Gäste und einige kamen von weit her, um meine berühmte Suppe zu geniessen. Spezialisiert bin ich jedoch auf den klassischen Viergänger:
Die Kohlenhydrate im Musikunterricht heissen Üben, hier ist der mächtigste Energielieferant zu Hause. Es ist unser tägliches Brot.
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Hinter den Tönen
"Referat an der Landesmusikakademie Hamburg"

Macht der I- Pod musikalisch? Welchen Stellenwert hat die Musikerziehung für eine Generation von mp3-Junkees. Jürg Kindle spürt die menschlichen Bedürfnisse hinter den allgegenwärtigen Beschallungsmechanismen auf. Er fordert eine neue Kultur der Langeweile. Die Überaktivierung der Kinder gegen ihren Willen verhindert das Entstehen von echten Wünschen wie z.B. dem Erlernen eines Instrumentes. Der Musiklehrer soll dann gleich auch noch den Spassfaktor mitliefern. Aber was zum Teufel ist denn diese Motivation, und ist sie nur Lehrersache? Jürg Kindle zeigt anhand seines Pyramidenmodelles auf, wie gesundes Fördern und Fordern den Grundstein legen für Eigenverantwortung und Erkenntnis.
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Musik - Das fünfte Element
"warum man wollen nicht müssen kann"

Wir machen in der Regel alle Anstrengungen, nur um dort keine Anstrengungen zu machen, wo wir sie machen sollten. Ausreden, Rechtfertigungen, Entschuldigungen sind die Mittel dazu. Menschsein ist das andauernde Ankämpfen gegen die Trägheit, denn jede Idee stösst auf dem Weg durch die Elemente an ihre Grenzen.
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Die Konsequenz der musikalischen Idee
Auszug aus dem Referat an der Cambridge University anlässlich des
internationalen Kongresses der EGTA 2000 (European Guitar Teacher Association).

Es ist fast unmöglich, gut für die Gitarre zu schreiben, wenn man sie nicht selbst spielt. Gleichwohl sind die meisten Komponisten, die sie anwenden, weit davon entfernt, sie genau zu kennen und geben ihr Dinge zur Ausführung, die ungemein schwer, ohne Klang und ohne Wirkung sind......Ohne sie selbst zu spielen, kann man, ich wiederhole es, nicht Tonstücke für die Gitarre schreiben, die auf Mehrstimmigkeit berechnet und mit Stellen ausgestattet sind, bei welchen alle Hülfsmittel des Instrumentes in Frage kommen. Will man eine Vorstellung davon haben, was die Virtuosen in dieser Hinsicht zu leisten vermögen, so muss man die Kompositionen berühmter Gitarrespieler ,wie Zanni de Ferranti, Huerta, Sor u.s.w. studieren

Hector Berlioz in seiner Instrumentationslehre um 1850

Diese Aussage stammt von einem Mann, der die Orchestermusik bis zum Gigantismus getrieben hat. Aufführungen seinerWerke mit mehr als tausend Musikern und bis zu fünf Subdirigenten füllten damals die Schlagzeilen. Es scheint wohl kein Zufall, dass gerade die grössten sinfonischen Komponisten vor der Gitarre kapitulierten, einem Instrument, welches nicht Schritt halten konnte mit der quantitativen Aufrüstung des Orchesterapparates und welches selbst von der Entwicklung der Tasteninstrumente überrollt wurde.
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Musikunterricht aus ganzheitlicher Sicht
"Referat anlässlich einer Gitarren- Weiterbildung des Landes Tirol in Imst 2006"

“ Was, Sie geben nur Gitarrenunterricht, aber was arbeiten Sie richtig?” Ist Ihnen dieser Satz bekannt? Oder dieser:” Aha Gitarre spielen Sie, hab ich auch mal gemacht” ( fachmännisch die rechte Hand schüttelnd). Wer ist er nun aber, dieser Gitarrenlehrer/diese Gitarrenlehrerin? Was steckt wirklich hinter dieser Berufsbezeichnung und welches ist sein/ ihr Anforderungsprofil?
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Gedanken zum Thema Liedbegleitung
Referat zur EGTA Tagung am 10.9.2006 in Zürich
Die fehlende Pflege von traditionellem Liedgut wie Schlaflieder, Tischlieder und Rhythmusverse und die damit fehlende rituelle Einbindung von musikalischem Tun in den Alltag entfernt die heutigen Menschen immer weiter von der Natürlichkeit des ureigensten musikalischen Ausdrucksmittels, der Stimme. Dieses Vakuum wird ersetzt durch Videoclips, MTV und durch das moderne Hörgerät des Menschen, dem Ipod. Der Junge Mensch ist nicht mehr in der Lage, ein kritisches Hörverhalten an den Tag zu legen.
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Wenn die Ohren Augen machen
Auszug aus dem Referat anlässlich des Weiterbildungsseminares der EGTA Schweiz mit dem Komponisten und Gitarrenpädagogen Jürg Kindle

Das Notenbild zwingt uns dazu, den Musikprozess über das Auge zu beginnen. Das Ohr bleibt dabei sehr oft auf der Strecke. Eine kritische Betrachtung des Notenlesens und der heutigen Wissensvermittlung.
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Portrait 4347Hand